Kinderkrippe Bertholdstraße.

Die von der Stadt München errichtete Kinderkrippe liegt an der Fußwegverbindung zwischen Bertholdstraße und Moosacher Straße. Auf einem durch Grundstücksteilung entstandenen, L-förmigen Restgrundstück war der Raumbedarf einer dreigruppigen Kinderkrippe innerhalb der engen Grenzen der zulässigen Bebauung zu organisieren.

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Drei in Höhenentwicklung und Farbe differenzierte „Bausteine" nehmen die unterschiedlichen Funktionen von Gruppenräumen, Versorgungsräumen und Kinderwagenbereich auf und nutzen das enge Baufeld optimal aus. So entsteht neben den nach Süden orientierten Räumen für die Kinder noch ein großzügiger gemeinsamer Spielflur, der an seiner zweigeschossigen Nordwand viel Tageslicht durch ein über der Treppe liegendes Oberlicht erhält.

 

Das Farb- und Materialkonzept lässt durch die Verwendung weniger unterschiedlicher und natürlicher Materialien und Oberflächen Platz für wechselnde, lebendige Raumgestaltungen. Geöltes Holz, Linoleum und mineralische Oberflächen bilden eine ruhige Grundlage.

 

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Den in Sichtbeton ausgeführten Flurwänden nehmen die großzügigen Holzoberflächen bei den Garderobenelementen zwischen Flur und Gruppenraum, bei Türen und Treppe ihre Härte. Gleichzeitig bildet die Sichtbetonwand die Leinwand für das Kunstprojekt der  Münchener Künstlerin Scarlet Berner, die auch die Farbgestaltung des Hauses mit beraten hat: auf der immer tageslichthellen Wand liegt ein florales Ornament - eine abstrakte Blumenwiese, auf der drei große hölzerne Hasen spielen. 

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In allen Gruppen- und Gruppennebenräumen erlauben bodentiefe Fensterauch kleinsten Kindern den Ausblick auf die Vorgartenzone und zum Straßenraum. Alle Räume werden natürlich belüftet, ein senkrechter textiler Sonnenschutz sorgt zusammen mit der schweren Bauweise für angenehme klimatische Bedingungen im Haus.

Wegen des beengten Bauraumes auf dem Grundstück waren die erreichbaren Geschoßhöhen begrenzt. Der teilweise Verzicht auf abgehängte Decken und die sichtbare Führung von haustechnischen Installationsleitungen erlauben trotzdem angenehme lichte Höhen in den Aufenthaltsräumen. Ruhige Holz- und Linoleumoberflächen führen zusammen mit den mineralischen Wandflächen trotzdem zu einem großzügigen Raumeindruck.

Die Fassade der drei Baukörper besteht aus schuppig übereinander montierten Faserzementstreifen in unterschiedlichen Farben je Baukörper. Die kräftige rote Farbe des Hauptbaukörpers gibt schon bei der Annäherung einen Hinweis auf die besondere Rolle des Gebäudes.

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