Institutgebäude Universität Bamberg

Die Universität Bamberg beabsichtigte, Bestands- und Erweiterungsgebäude als Institutsgebäude mit Büroräumen für Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter, Labor-, Seminar- und Archivräumen sowie studentischem Arbeitsbereich zu nutzen, um damit den Innenstadtstandort zu stärken.


4145 innenhof vor sanierung

 

 Das Bestandsgebäude wurde behutsam gesichert und saniert. Änderungen wurden nur dort, wo sie für die neue Nutzung als Institutsgebäude erforderlich sind, vorgenommen. Gestaltprägende Bauteile blieben weitestgehend erhalten. Veränderungen werden auf das notwendige Minimum beschränkt. Der mehrfach überformte Zwischenbau zwischen Haupt- und Rückgebäude wurde zurückgebaut, um eine funktionierende barrierefreie Anbindung des Rückgebäudes zu erreichen.
An der Nahtstelle zwischen Alt- und Neubau entand ein Kommunikationsraum für informelle Besprechungen und Begegnungen als großzügig verglaster Zwischenbau.

 4145 grundriss vereinfacht

 

Das Rückgebäude wurde als zweigeschossiger Mauerwerksbau mit einem zusätzlichen Dachgeschoss in der Höhenentwicklung an das bestehende Gebäude angepasst. Familiäre Elemente aus der Gestaltung von Bestandsgebäude und umgebender Bebauung sollten dazu beitragen, das Gebäude im historischen Umfeld zu integrieren – dazu gehören die Gliederung der Fassade, die Gestaltung der oberen Wandabschlüsse, Materialwahl und Farbigkeit sowie die Wahl handwerklicher Verarbeitungstechniken. Trotz der Verwendung neu interpretierter Elemente aus der Umgebung sollte das neue Institutsgebäude als moderne Ergänzung erkennbar bleiben.


Im Zusammenhang mit der Sanierung und Erweiterung des Gebäudes Am Kranen 14 wurden auch die Außenanlagen überarbeitet. Der Innenhof des Institutes sollte als öffentlich zugänglicher Werkhof gestaltet werden, und eine Verbindung zwischen dem Platz 'Am Kranen' und dem Bibliothekshof im Norden herstellen.


4145 innenhof blick nach norden
 

Durch das neue Rückgebäude werden die drei umliegenden Höfe in Ihrer räumlichen Ausprägung gestärkt. Der abgewinkelte Gebäudeteil an der nördlichen Grundstücksgrenze bildet den räumlichen Abschluss des Bibliothekshofes nach Süden und die nördliche Raumkante des Institutshofes. Das leichte Übergreifen des Gebäudes über die südliche Fassade des Alten Gymnasiums stellt auch für den Mensahof wieder einen räumlichen Abschluss her.
Zwischen den drei Hofbereichen Bibliothek – Mensa – Institut und dem Vorplatz am Kranen entstand ein Netz aus öffentlich nutzbaren Fußwegen. Im Werkhof des Instituts kann auch im Freien gearbeitet werden und die Öffentlichkeit so die Arbeit des Institutes erleben.

 

4145 ansicht mensahof


 

Die östliche Brandwand des Rückgebäudes folgt in Ihrer Geometrie dem Verlauf der ehemaligen Stadtmauer, während das Gebäude selbst im Grundriss orthogonal organisiert wird. So entsteht ein spannungsvoller Raum, der den Verlauf der ehem. Stadtmauer im Gebäude erlebbar werden lässt.  Ein großzügiges Fenster zum Mensahof erlaubt eine Blickbeziehung zwischen den beiden Höfen durch das Rückgebäude hindurch in den Werkhof.
Die Anlieferung für die Institutsräume erfolgt über Mensa- und Bibliothekshof von Norden in den Treppenraum des Rückgebäudes, wo ein Aufzug alle Ebenen von Alt- und Neubau barrierefrei erschließt.

 

4145 ansicht fassade anbau

 

Die zweigeschossige, massive Außenwand erhielt großzügige Fensteröffnungen mit hölzernen Leibungselementen und Teilungen, die den inneren Funktionen gerecht werden. Die Ordnung der massiven Geschosse wird auch im Dachgeschoss mit den gleichen Nutzungen weitergeführt, hier in Form von großzügigen modernen Dachgauben.
Von Anfang an sollte anstelle des Rückgebäudes wieder ein massives Haus entstehen. Um den funktionsbedingt großen geschlossenen Wandflächen zum Bibliotheks- und Mensahof eine verträgliche Maßstäblichkeit bei einem trotzdem ruhigen Gesamteindruck zu geben, wurde eine Fassade aus leicht unregelmäßig vermauerten, schlanken Klinkerziegeln entwickelt. Durch die unregelmäßig versetzten und überschlämmten Fugen wird der typisch gerasterte Eindruck einer geordneten Vorsatzmauerschale vermieden und eine homogene aber lebendige Außenhaut erreicht.

4145 blick ecke mensa+bibliothekshof

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