Kulturelles Zentrum Grafenwöhr

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Wie kann man einem Quartier, das über Jahrzehnte sehr heterogen, teilweise zusammenhanglos entstanden ist, eine neue Identität verleihen und zu einem bürgernahen großzügigen Quartier aufwerten, das dann auch der inhaltlichen Bedeutung als kulturelles Zentrum mit Kirche, Stadthalle, Schule und Kindergarten entspricht? Diese Fragestellung war Inhalt eines Wettbewerbes, den die Stadt Grafenwöhr im Jahr 2006 auslobte.
Eine Antwort sahen wir darin, ein besonderes Augenmerk auf die individuelle Gestaltung der Plätze vor den wichtigen Gebäuden von Kirche, Stadthalle, Schule und Kindergarten zu legen, den Aufenthalt mit Wasser- und Blumenflächen zu fördern.
Die Straßenräume selbst sollten zudem wieder ihre Qualität als Begegnungs- und Wegeräume für die Bürger als Fußgänger und Radfahrer zurückgewinnen, die Dominanz des Fahrverkehrs umgekehrt verlieren.
Straßen und Plätze sollten im Detail barrierefrei werden, ohne Stufen und damit für alle Bevölkerungsgruppen – in Zeiten einer älter werdenden Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit.
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Erreicht wurde dies durch die Verwendung  von Asphalt und großformatigen Betonplatten in den Gehwegbereichen und die Absenkung aller Bordsteinkanten.
Das Zusammenspiel von hellen (Betonstein) und dunklen (Asphalte) Flächen erzielt ein anspruchsvolles Gesamtbild und ist das verbindende und wichtigste Gestaltmerkmal im Quartier.
Die Asphaltflächen sind in den verkehrsberuhigten Bereichen so mit Betonplattenstreifen gegliedert, dass als funktionaler Nebeneffekt der Fahrverkehr im langsameren Tempo fährt.

In der Vielgestaltigkeit der gebauten Schwerpunkte – Schule, Kirche, Stadthalle – hat die Begrünung neben ihrer Funktion, behagliche Aufenthaltsbereiche zu schaffen auch die Aufgabe, das Kulturelle Zentrum zu einer erlebbaren Einheit zusammen zu fassen.
Die verwendeten Pflanzenarten harmonisieren mit dem Bestandsspektrum, treten übergreifend als Platzthema und wegbegleitend als Führungselement auf oder setzen bunte Akzente an den Schwerpunkten.
Schnittverträgliche Arten wie die Platane, die Hainbuche oder der Buchsbaum bilden bei entsprechender Entwicklungspflege im etwas raueren Klima der Oberpfalz spürbaren Schirm und Schutz, hin und wieder sogar einen Hauch mediterranen Flairs.
Im ihrer Summe tragen sie damit aber auch zu einem kultivierten Erscheinungsbild bei, um den erklärten Anspruch dieses zweiten Stadtzentrums zu stützen.
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