Kindergarten

„Erst wollten wir den Kindergarten nur instandsetzen, energetisch verbessern und ein bisschen mehr Platz haben. ...“

Der Anfang dieses ganzen Planungsprozesses war eigentlich fürchterlich. Durch die lange theoretische Auseinandersetzung mit Struktur, Geschichte, Topographie und Städtebau im Rahmen der Voruntersuchung hatten alle das Gefühl, es geht nichts vorwärts.

Mit dem Marktplatz als erstem großen Projekt nach dem Parkdeck kam dann endlich Bewegung in unseren Ortsumbau. Wir haben geplant und Bürger in einer Arbeitsgruppe beteiligt, eigentlich war schon klar, wie alles werden würde. Die Gehwege sollten breiter werden, der Marktplatz mit einer Grünfläche und einer Brunnenanlage an Aufenthaltsqualität gewinnen. Es ging im wesentlichen darum, die Oberflächen zu reparieren und der Veränderung durch die Verlegung der Bundesstraße aus dem Ort gerecht zu werden. Und natürlich sollte alles mit Naturstein gepflastert werden.

In der letzten Besprechung vor der Beschlussfassung kamen uns dann noch einmal Zweifel: die Kritiker des Pflasterbelages monierten schlechtere Begehbarkeit, schlechtere Befahrbarkeit und die Lautstärke die durch den Fahrverkehr entstehen würde.

Eine alternative Idee hätte er schon, meinte Herr Brennecke – nur würden wir die aus mehreren Gründen wohl nicht umsetzen können. Technische Umsetzbarkeit, Fragen von Haftung und Bauunterhalt, und die Haltung von Genehmigungs- und Förderbehörde zu einer solchen Lösung waren völlig offen. Und dann haben wir über diese Idee einer mit farblich abgesetzten Bändern gegliederten Asphaltfläche auf dem Platz gesprochen – und alle am Tisch fanden den Gedanken so spannend, dass wir das versuchen wollten.

Heute ist es so, dass trotz des einfachen Materials Asphalt niemand das Gefühl hat, auf einer Straße zu sein. Der Platz funktioniert hinsichtlich Verkehr und in der Gestaltung hervorragend, auch bei den vielen Festen wie zum Beispiel dem ‚Rock im Markt‘, die auf dem Marktplatz stattfinden.

Was die Läden und den Einzelhandel in den Ortskernen kleinerer Orte angeht, werden wir weiter eine erhebliche Veränderung erleben. Das Internet ersetzt zunehmend die örtlichen Einzelhandelsangebote, und was in Zukunft auf unseren Marktplätzen für Leben sorgen wird, weiß noch niemand so recht.“

Projekte: MarktplatzKindergarten, Alte Schule